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Bei der Geburtstagsfeier übernahm Menna Mulugeta die Präsidentschaft der engagierten Gruppe von Julia Rohleder. Sie will Brücken bauen. Was die Frau aus Weiler darunter versteht.
Im Frühjahr und Sommer hat die Binger
Sektion von Inner Wheel ihren fünften Geburtstag gefeiert. Der karitative Club
beging das unter anderem mit einem großen Spendenlauf im Park am Mäuseturm und
zuletzt mit einer internen Geburtstagsfeier. Hier wurde auch die Präsidentschaft
von Julia Rohleder an Menna Mulugeta übergeben, die für das kommende Jahr dem
Club vorstehen wird. Mulugeta ist Gründungsmitglied von Inner Wheel Bingen, war
auch früher bereits im Vorstand vertreten und zeichnete sich als
Online-Beauftragte unter anderem für den Aufbau und die Weiterentwicklung der
Website verantwortlich. Als Präsidentin möchte
sie ihre Amtszeit unter das Motto „Brücken. Bauen.“ stellen.
Großvater Mulugetas war Rotarier in Äthiopien
„Ich denke, „Brücken. Bauen.“ ist sowieso schon ein gutes Motto für das, was wir in den letzten Jahren bei Inner Wheel gemacht haben“, sagt Mulugeta. „Zugleich beschreibt es aber auch die Impulse, die ich im nächsten Jahr selbst einbringen möchte und wofür ich stehe.“ Denn gewissermaßen, sagt Mulugeta, habe sie ja ihr ganzes Leben Brücken gebaut. „Als Weilerin mit Wurzeln in Äthiopien, als Musikerin, im Karnevalsverein und zu vielen Anlässen mehr.“ Zuletzt hat Mulugeta herausgefunden, dass sie gar nicht die erste in ihrer Familie ist, die sich in einem Club wie Inner Wheel engagiert. „Als ich zu Inner Wheel kam, dachte ich, diese Welt könnte fremd für mich sein. Inner Wheel ging ja ursprünglich aus den Rotary Clubs hervor und stand früher vor allem Rotarier-Frauen offen. Mittlerweile ist aber kein rotarischer Bezug mehr nötig, um dabei zu sein.“ Doch Mulugeta fand das Prinzip nicht nur interessant und wollte gerne helfen, Gutes zu tun. Kürzlich erfuhr sie dann auch noch, dass ihr Großvater selbst in Äthiopien bereits einem Rotary Club vorstand. „Mein Großvater ist gestorben, als meine Mutter erst drei Jahre alt war. Deshalb wussten wir lange nicht viel über ihn. Kürzlich habe ich herausgefunden, dass er Rotarier war und habe dann an Rotary Ethiopia geschrieben. Von dort bekam ich eine freundliche Antwort und Informationen zu seiner Amtszeit.“
Präsidentin hofft, Nachwuchs gewinnen zu können
Nun stehen also die Clubs in Bingen und Äthiopien in Kontakt – eine weitere gebaute Brücke. Auch zum italienischen Crema möchte der Binger Club Brücken bauen und strebt eine Partnerschaft mit der dortigen Inner Wheel-Sektion an. Bereits lang etabliert ist das Schlagen von Brücken zwischen Jung und Alt, etwa durch die jährlichen Weihnachtsaktionen der Frauen von Inner Wheel, die mit weihnachtlichem Mistelverkauf Spenden sammeln und davon Geschenke für die Bewohner der Binger Seniorenresidenzen kaufen. Für Kinder veranstaltet Inner Wheel in Kooperation mit KiKuBi regelmäßig ein Benefizkino, und mit dem Lerncafé werden Nachhilfestunden gefördert. Mulugeta muss in ihrer Amtszeit das Rad nicht neu erfinden. Vor allem, sagt sie, gehe es darum, begonnene Projekte weiterzuführen und zu verstetigen.
„Wir haben zurzeit den Ruf als relativ junge
und aktive Sektion“, sagt Mulugeta. „Darauf möchten wir in jedem Fall aufbauen.“ Entsprechend
hofft die neue Präsidentin auch, in ihrer Amtszeit weiteren Nachwuchs für den
Club gewinnen zu können.
Mulugeta ist dabei höchstwahrscheinlich
die erste schwarze Präsidentin eines Inner Wheel Clubs in Deutschland. Für sie eigentlich
keine große Sache, aber eben vielleicht doch eine Chance, auch Menschen zu
erreichen, die denken, Inner Wheel sei eigentlich nichts für sie.
AZ Bingen Sören Heim 26.07.24



